Geflügelzuchtverein Grüna e.V. -gegründet 1897-
 Geflügelzuchtverein Grüna e.V.   -gegründet 1897-

Hier veröffentlichen wir Beiträge rund um die Zucht

 

 

Thema:  Frostschäden vermeiden

 

Seine Tiere vor Frostschäden zu bewahren, ist für jeden Rassegeflügelzüchter selbstverständlich. Dabei denkt man zwangsläufig zunächst nur an den Kälteschutz. Unsere älteren Zuchtfreunde werden sich noch daran erinnern, dass man früher erfrorene Kämme als unvermeidbares Übel nach einem strengen Winter hingenommen hat.

Hier hatte man die Hühner manchmal noch über andere Ställe untergebracht,

wo es relativ warm war. Kamen sie dann am Morgen ins Freie, waren Federn und Nacktteile von der Stallluft feucht und dem Frost ausgesetzt. Ein erfrorener Kamm war dann das Aus für manchen Zuchthahn.

Gegen die Kälte hat das Gefieder unserer Vögel/Hühner eine Besondere Funktion. Die Lage der Federn lockert sich, der Vogel „pustet sich auf“. Dadurch entstehen Zwischenräume, in denen dann die Luft Wärme haltend wirkt. Kälte kann also nur dann die Haut erreichen, wenn das Gefieder wegen einer späten Mauser noch unfertig ist.

Leider sind oft die besten Legehennen im Bestand am meisten betroffen, weil sie bis in den Spätherbst hinein legen und dann womöglich bei dem dann oft radikal einsetzenden Federfall schutzlos sind.

Um diese, vor allem für die Zucht wertvollen Tiere, müssen wir uns dann besonders kümmern.

In der Sorge, dass der Hühnerbestand sich auch im Winter recht wohl fühlen soll, machen immer noch überängstliche Züchter den Stall dicht, lassen sich vielleicht dazu verführen, mit künstlicher Wärme ihr Bestreben zu verstärken. Oft will man es nicht wahrhaben, dass unsere Hühner selbst bei Kälte im warmen Stall ,gute sauerstoffreiche Luft benötigen.

Es muss daher, egal was für Lüftungssystem wir haben, die Luftzirkulation funktionieren.

Sie sollte die verbrauchte Luft absaugen und Frischluft zuführen, ohne dabei die

Tiere einen Luftzug auszusetzen.

Wir alle kennen doch die häufigen Schnupfenerkrankungen und fragen uns, woher das kommt, da eine Ansteckungsmöglichkeit auszuschließen ist.

Eine Erklärung wäre auch eine warme/feuchte Luft im Stall. Wichtig ist, vor allem

im Winter, die richtige Einstreu. Schon aus diesem Grund kann immer wieder eine

richtige Tiefstreu empfohlen werden. Diese bleibt aber nur trocken, wenn die Belüftung funktioniert. Wo Fenster, Wände und Decken schwitzen, wird auch die Einstreu feucht und gefährlich für den Bestand.

Bei meinen Ställen ist die Vorderfront aus Gitter und wird erst dann nur nachts zum Teil geschlossen, wenn wegen Frost die Tränkewärmer zum Einsatz kommen.

Dass Tränkewärmer Feuchtigkeit in den Stall bringen, ist bei guter Belüftung nicht zu belegen.

Schlimmer ist es, mehrmals täglich warmes Wasser zu geben. Tagsüber bleibt auch bei Minusgraden die Vorderfront offen. Bei extremer Kälte werden Kämme vorsichtshalber mit Waffenöl eingerieben.

So abgehärtete Tiere kommen auch ohne Probleme durch den strengsten Winter.

 

Wassergeflügel ist kältefest, ihm machen auch Offenfrontställe wenig aus, sofern es ebenfalls eine warme Unterlage erhält. Je besser und trockener die Einstreu, um so früher setzt das Legen ein.

Der Glaube, eine feuchte Streu beim Wassergeflügel ist kein Schaden, da es sowieso ins Wasser gehe, ist ein Irrtum. Man beobachte nur, wie sorgfältig ein Vogel sich das Gefieder putzt, bevor er sich zur Ruhe hinsetzt.

Ausgesprochene Frostschäden sind hier bei richtiger Haltung praktisch ausgeschlossen.

 

Unsere Tauben vertragen auch extreme Kälte sehr gut. Aber auch sie müssen wie unsere Hühner vor Schlagfeuchte und Zugluft geschützt werden. Ist bei den Zuchtpaaren ein gewünschtes Brutverhalten vorhanden, kommen sie auch bei Kälte gut über die ersten Wochen.

Gefährlich wird es dann erst, wenn vor der Einfiederung der Jungen nicht lange genug gedeckt wird. Aber das kann auch eine kalte Nacht im März noch zur Folge haben. Vielleicht noch ein Wort zum Taubenbad. Meine Tauben bekommen

auch bei Minusgraden noch ihr Bad. Natürlich nur vormittags für eine Stunde.

 

Einstreu

wir sollten auch mal ein Thema anschneiden, über dass in Züchterkreisen nie diskutiert wird, weil eben jeder für sich schon das richtige Rezept gefunden hat.

Es geht um die Einstreu in Ställen und Schlägen, die sehr verschieden, aber auch immer richtig sein kann.

Hier spielen Geflügelarten, Rassen, Stall- bzw. Schlageinrichtungen und vor allem die Bestandsdichte eine gewisse Rolle.

Bei unseren Hühnern geht es ohne Einstreu nicht. Schon bei der Kükenaufzucht gehen die Meinungen auseinander. Hobelspäne, gehäckseltes Stroh das es in verschiedenen Arten gibt, Papierunterlagen oder gewaschenen Sand in den ersten Tagen.

Dass alles ist richtig, wenn der Boden keine Kälte und Feuchtigkeit abgibt und so die gewählte Einstreu trocken hält. Gitterroste für Küken erwähne ich nur, weil ich diesen Unsinn schon gesehen habe.

Spätestens nach einigen Tagen/Wochen, wenn sich je nach Haltung die Küken im Stall frei bewegen können, muss eine Einstreu aus Hobelspänen oder Strohhäcksel eingebracht werden.

Die Höhe der Einstreu, bedingt auch im Zusammenhang mit der Bestandsdichte den Zeitraum des Einstreuwechsels.

Das Selbe gilt auch für die gesamte Aufzucht der Jungtiere bis zum zusammen-stellen der Zuchtstämme.

Bei den Zuchtstämmen, sowie der Legeherde nach Zusammenführung der Stämme nach der Brutsaison kann nur Tiefstreu empfohlen werden.

Die selbe Einstreu wie vorher erwähnt, aber mindestens 20 bis 30 cm tief. Diese hält im Winter warm und gibt den Tieren vor allem wenn der Auslauf gesperrt ist, die Möglichkeit zu scharren.

Gibt man die abendliche Körnerfütterung in die Einstreu, erhöht es den Ansporn.

Ich wechsle die Tiefstreu bei den Stämmen/Herde, zweimal im Jahr. Voraussetzung natürlich eine funktionierende Belüftung.

 

Etwas anders verhält es sich bei unseren Tauben. Ideal wäre hier ein Holzboden ohne Einstreu, der aber täglich gereinigt werden muss. Voraussetzung hierfür ist natürlich ein Schlagboden der von unten sehr gut isoliert sein muss, oder Schläge, die höher liegen und schon eine Luftzirkulation unter dem Boden haben.

Bei vielen Bodenschlägen aber ist die obere Lage Estrich und nicht unbedingt „staubtrocken“.

Hier trocknet der angefallene Kot schlecht ab und es kann schmierig werden.

Hier empfiehlt sich dann doch eine Einstreu, die den Kot bindet und das tägliche Reinigen, wenigstens am Schlagboden erspart.

Wenn eine dünne Schicht Sand eingebracht wird, muss dieser staubfrei sein. Gewaschener Flusssand (kein Grubensand) hat diese Vorteile.

Was hier staubt, ist dann nicht der Sand, sondern der festgehaltene Gefiederstaub. Vor allem, wenn Ionen im Schlag hängen, die den Federstaub binden und am Boden

ablagern. Es gibt auch Züchter, die staubfreie Hobelspäne einbringen und den selben Erfolg erzielen.

Vorraussetzung auch hier, eine gut funktionierende Belüftung, oder noch besser, Außenfrontschläge.

Des Weiteren bietet der Fachhandel heute schon gute Einstreumittel an, welche vor allem die Feuchtigkeit binden. Diese sind zwar zu empfehlen, können natürlich je nach Bodenfläche schon den Geldbeutel strapazieren.

Eine weitere Möglichkeit, den Bodenbelag und die Einstreu zu umgehen, währen Gitterroste. Es gibt heute schon Anlagen, wo über den Schlag- oder Voliereboden Gitterroste angebracht sind.

In einem Teilbereich ist es vielleicht noch zu akzeptieren, aber den gesamten Bereich mit Rosten zu überbauen stimmt mich nachdenklich. Es ist zwar Ideal um eine Ansteckung über den Kot zu vermeiden. Aber müssen wir unseren Tauben auch noch den natürlichen Kontakt zum Boden nehmen, wo wir ihnen den

Freiflug schon gestrichen haben?

 

Ralf George

 

 

 

 

 

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