Geflügelzuchtverein Grüna e.V. -gegründet 1897-
 Geflügelzuchtverein Grüna e.V.   -gegründet 1897-

Hier veröffentlichen wir Beiträge rund um die Zucht

 

 

Züchterfragen in Kurzform

 

Meine Tauben fressen keine Gerste?

 

Eine Feststellung, nicht nur bei unseren Tauben, die nicht stimmt. Jede Taube hat in der Futtermischung ein Lieblingskorn, dass sie bevorzugt.

Meist erst die runden, dann die länglichen und zum Schluss erst die spitze Gerste. Da ja der Großteil unserer Tauben (meist ohne viel Bewegung in der Voliere) zu gut und reichlich gefüttert wird, ist es nur von Vorteil, sie knapp zu füttern, was nicht heißt, sie hungern zu lassen.

 Bevor sie wirklich hungern, vielleicht die Jungen nicht füttern, nehmen sie auch die Gerste an. Ferner sind unsere Tauben an ihre Futterzeiten gewöhnt und wir wissen, dass sie bei zu reichlicher Fütterung die Gerste liegenlassen und auf die

nächste Gabe warten.

 

Soll ich beim Hühnerfutter auf Presslinge umstellen, da vom Mehlfutter zu viel vergeudet wird?

 

Eine rein technische Angelegenheit. Die Inhaltsstoffe sind bei beiden gleich. Bei Standfutter jedenfalls (was nur bei Ausnahmen gut ist) Presslinge. Voraussetzung bei Mehlfutter sind Futtertröge mit umgeschlagenen Rand, höchstens halb gefüllt und ein Angebot an laufenden Metern, dass alle Tiere gleichzeitig ans Futter können.

Tröge je nach Größe der Tiere hochstellen und nur leere Tröge nachfüllen.

Nur die Aufnahme des unten liegenden mehligen Futters garantiert eine vollwertige Versorgung.

Mehl hat vor allem bei der Kükenaufzucht den Vorteil, dass man sie in Bewegung hält, wenn man das Wasser nicht neben das Futter stellt.

 

Wieso gehen meine Junghühner so spät oder nicht auf die Sitzstange?

 

Beim Aufbaumen unserer Jungtiere spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Schwere Rassen brauchen in der Regel länger als mittlere oder leichte Rassen.

Das Auffliegen, um beim Schlafen eine höhere Position einzunehmen, liegt in der Natur unserer Hühner.

Im Kükenstall (bei vielen Züchtern zu eng) haben Küken keine Gelegenheit, vom Boden wegzukommen. Nach Beendigung der Wärmezeit und Umstallung in den Jungtierstall, stehen Jungtiere einer ungewohnten und oft hoch angelegten Sitzstange gegenüber.

So werden sie die kommende Zeit wie gewohnt am Boden zusammenrücken und wertvolle Wochen sind verschenkt.

Gönnt man den Küken von den ersten Tagen an schon mehr Bewegungsfreiheit, legt an die Sitzstangen (diese müssen schon vorhanden sein) ein Laufbrett, lernen sie schon früh, spielerisch dieses Brett hoch zu klettern. Vor allem schwere Rassen wenigstens am Anfang hoch laufen lassen.

Bei hartnäckigen Fällen, die Jungtiere bei Dunkelheit hoch setzen. Wenn einige am Abend hochgehen, folgt in den nächsten Tagen der Rest von selbst.

 

Warum habe ich bei guter Legeleistung eine schlechte Befruchtung, obwohl der Hahn tritt?

 

Obwohl auch hier verschiedene Gründe vorliegen können, liegt es vor allem nach dem Winter an verfetteten Hennen. Wir wissen, dass eine fette Henne nicht unbedingt eine schlechte Legerin sein muss. 

Problematisch wird es für die Spermien, bei der Wanderung von der Kloake zum Eierstock. In der Normalität haben wir einen glatten Legedarm, an dem die Spermien hoch wandern können.

Bei Verfettung drückt das Fett auf den Legedarm, es Entstehen Vertiefungen, in denen die Spermien hängen bleiben und nicht hoch wandern können. Sind die Hennen in guter Verfassung, kann es auch am Hahn liegen.

Vielleicht schon ein Zuchtproblem? Bestätigt dadurch, dass es jedes Jahr gravierender wird.

Vielleicht wurde jahrelang nur auf Schönheit geachtet und die Vitalität und Leistung vernachlässigt?

Die Hennenzahl im Stamm zu verkleinern wäre ein Fehler, da der Hahn deswegen nicht besser befruchtet und die Kontrolle seiner Leistung ist auch nicht mehr gewährleistet.

 

Was kann ich gegen Ungeziefer tun?

 

Eine Frage, bei der ich erst wissen muss, um was es sich handelt, bzw. was für Schäden vorliegen. Wir müssen grundsätzlich unterscheiden, ob es Schädlinge sind,

die sich immer am Tier aufhalten, oder ob es nachtaktive Tiere sind, wie Zecken und die Rote Vogelmilbe.

Letztere kann ich nur bekämpfen, wenn ich die Verstecke kenne, was bei einem schon verseuchten Stall schwer sein dürfte. Hier hilft nur eine Generalreinigung und Desinfektion des ganzen Stalles, ausgenommen der doppelten Sitzstange.

Auch feinste Ritzen und Spalten besprühen! Gut wirkende Mittel sind im Fachhandel zu bekommen. Da diese Milbe sich tagsüber immer das nächste am Tier befindliche Versteck sucht, bietet sich eine doppelte Sitzstange geradezu an.

Über das ganze Jahr regelmäßig kontrolliert und schon bei geringem Befall sofort

abflammen, spart Geld und das Einsetzen von Chemikalien. Es gibt auch ein Mittel, „Lentypur“, das übers Trinkwasser zu verabreichen ist und von Züchtern schon mit Erfolg getestet wurde.

Firma: Agrel Agrar Entwicklungslabor e.K., Holzham 4, 94424 Arnsdorf.

 

Anders verhält es sich bei Ungeziefer das immer am Tier ist. Meist bemerkt durch Fraßstellen an der Feder, am Federkiel oder bei Hühnern am Aftergefieder auftretend. Hier hilft nur das Einsprühen oder Einpudern des Tieres.

Bei besprühen des Stalles oder Schlages, in der näheren Umgebung, Legenester,

Sitzregale, Zellen usw., ist immer ein Kontaktmittel zu empfehlen, da es nachwirkender anhält.

 

Nach einigen Wochen krumme Zehen, woher kommt das?

 

Eine knifflige Frage, die man aus der Entfernung

mit Sicherheit nicht beantworten kann. Auch hier können mehrere Faktoren eine Rolle spielen.

Mangelerscheinung kann man bei dem heutigen Futterangebot ausschließen, sofern das Ablaufdatum und die Lagerung berücksichtigt wurden. Ursachen könnten schon bei der Brut entstanden sein, dies hätte man aber schon nach dem Schlupf bemerken müssen. Oder die Krümmung war nur minimal und ist mit dem Wachstum fortgeschritten. Eine seltene aber weitere Möglichkeit könnte ein zu kalter Boden

sein. In den meisten Fällen liegt es aber schon in der Vererbung.

Bei Abstammungskontrolle kommt oft ans Tageslicht, das es nur Küken von bestimmten Hennen sind. Ist die erste Brut in Ordnung,

nur die zweite hat es erwischt, ist der Grund auch zu realisieren. Eine weitere Möglichkeit wäre ein zu Wachstum treibendes Futter, gerade bei schweren Rassen. Die Sehnen können beim schnellen Wachstum der Knochen nicht mithalten, was oft bei Mastgeflügel zu belegen wäre.

 

Wie wirken sich Sämereien im Federkleid aus?

 

Sie wirken auf alle Fälle, aber nur dann, wenn dies auch in der Vererbung gefestigt ist. Wo diese Grundlage fehlt, ist auch mit Zufüttern von Sämereien nichts zu erreichen.

Sämereien werden vor allem für Glanz im Gefieder, oder für bessere Durchblutung

des Augenrandes eingesetzt. Aber bitte mit Vorsicht, da ein Zuviel auch Unheil anrichten kann. Nicht nur an der Feder, sondern auch am Gemütszustand einer Taube, vor allem wenn sie im Freiflug sind.

Durch diesen Fehler haben sich bei mir schon zwanzig Tauben im Schwarm verabschiedet. Gerade bei schwarzen Tieren merkt man es oft an violetten Einlagerungen auf der Feder. Was für das Eine gut ist, kann für das Andere schlecht sein.

Viel Karotin z.B. im Futter ist gut für eine gelbe Beinfarbe, kann aber gleichzeitig bei schwarzen Tieren eine bräunliche Färbung im Aftergefieder hervorrufen. Eine

große Rolle spielt hier immer die Erbfestigkeit. Karotin (Mais) ist nicht gut für das Perlauge, wenn es in der Veranlagung nicht gut gefestigt ist. Wenn ja, spielt es eine untergeordnete Rolle.

Bei Hühnern mit dunkler Federfarbe und gelben Läufen ist eine starke Zufütterung mit Karotin an den stark eingefärbten Schnabelwinkel zu erkennen. Werden also Sämereien beigefüttert, bitte nur in geringem Maße

aber gleich bleibend über die Dauer der ganzen Federentwicklung.

 

Warum soll ich den Althahn nicht schlachten, wenn ich bessere Junghähne habe?

Um die schon vorhandenen Rassemerkmale im Stamm wenigstens zu halten. Bei der nächsten Nachzucht weiß ich wenigstens, was ich vom Altstamm zu erwarten habe. Wer kann denn behaupten, dass die angeblichschöneren Hähne auch gute Vererber sind? Den Althahn erst aus der Zucht, wenn die Nachfolger sich bewiesen haben. Dies betrifft nicht nur die Schönheit, sondern auch den gesamten Zuchtwert des Tieres und dazu gehören immer noch Vitalität und Lebenskraft. Ein guter Zuchthahn ist immer nur so gut wie seine Mutter in allen ihren Vorteilen!

 

Warum belegen meine Hühner immer nur die vordere Sitzstange?

Dieser Vorgang ist leicht zu beheben, wenn ich die hinteren Sitzstangen höher setze. Schon beim ersten Aufbaumen kann ich feststellen, dass die erst aufbäumenden Hühner die vordere Sitzstange blockieren und für die nächsten der Weg zu

den hinteren versperrt ist. Setze ich die hinterste Stange am höchsten, wird sie automatisch als erste beschlagnahmt.

 

 

Was kann ich gegen abgestoßene Schwanzfedern tun?

Abgestoßene Schwanzfedern sind meist auf enge Stallverhältnisse oder deren Einrichtung zurück zu führen. Oft ist der Abstand zur Wand oder der nachfolgenden Sitzstangen zu gering. Eine weitere Ursache können auch zu wenige Sitzstangen sein, die Tiere drücken sich in eine Ecke am Boden. Alles Haltungsbedingt!

 

Meine Althennen haben Kalkbeine, was kann ich dagegen tun?

 

Frühzeitige Erkennung garantiert erfolgreiche Behandlung. Kalkbeine entstehen durch das Vorhandensein der Fußräudenmilbe. Sie ernähren sich vom Gewebe und Körpersäften, die sich unter den Hornschuppen der Beine abbauen. Vor

jeder Behandlung steht eine gründliche Reinigung und Desinfektion des Stalles. Wenn schon dicke Auflagerungen vorhanden sind, mit Seifenwasser einweichen und vorsichtig ablösen. Nach abheben der Borke mit Vaselinsalbe oder Waffenöl einfetten. Von einer Behandlung mit Petroleum oder Altöl wie es früher gehandhabt wurde, würde ich abraten. Im Fachhandel gibt es auch Salben zur Lösung.

 

Was tun, wenn die Schwingen schmäler werden?

 

Das ist bei Hühner und Tauben gleich zu bewerten.

Es ist auf alle Fälle ein Zuchtproblem. Breite Schwingen sind ein Garant für Vitalität und Lebenskraft. Es kann auch ein Hinweis für schon zu enge Blutführung sein. Mangelerscheinung kann man auf Grund leistungsbezogener Fütterung ausschließen. Nicht zu verwechseln, wenn eine normale Federbreite über die gesamten Schwingen eine kurze Verengung zeigt. Hier kann auf kurze Zeit in der Entwicklung eine Störung vorgelegen haben. Kann bei schwerem Krankheitsverlauf vorkommen.

 

Wie soll ich den Boden meiner Taubenvoliere gestalten?

 

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten und auch Ansichten, die genau hinterfragt werden müssen. Die sicherste Methode, um eine Krankheitsübertragung

durch den Kot auszuschließen, wäre ein Drahtgeflecht. Da ich aber meinen Tauben schon den Freiflug gestrichen habe, soll ich ihnen dann noch die natürliche Bewegung am Boden nehmen?

Rasen - gewachsener Boden – sieht zwar sehr dekorativ aus, ist aber ein Nährboden für Kokzidiose und Wurmeiern. Beton, Pflaster oder Verbundsteine sehen zwar nicht natürlich aus, sind aber ideal für gründliche Reinigung und Desinfektion, auch wenn eine dünne Sandschicht darüber gebracht wird.

Grober Kies sieht gut aus, ist aber nach einiger Zeit zugeschwemmt. Sand - gewaschener Flusssand, kein Grubensand - sieht natürlich aus, ist aber nur zu empfehlen, wenn er tief, nicht unter 30 cm eingebracht wird. Wichtig ist, nach wöchentlicher Reinigung die obere Schicht auflockern. Sonnenschein und Wind trocknen dann schon in kürzester Zeit die obere Schicht. Es hat also alles seine Vor- und Nachteile.

 

Was ist der ideale Schlagboden?

 

Selbstverständlich ein Holzboden. Aber hier spielt vor allem die Belüftung

und Isolierung bei Bodenschlägen eine bedeutende Rolle. Wird der Schlag so gebaut, dass unter dem Boden die Luft zirkulieren kann, wäre es schon ein Idealfall. Ohne Einstreu wäre dann eine tägliche Reinigung schon sinnvoll. Die zweite Möglichkeit wäre ein Betonboden mit Estrich. Unten und zwischen Beton und Estrich unbedingt gut isolieren. Ist eine tägliche Reinigung nicht möglich, wäre eine Einstreu vorteilhaft. Sand - gewaschener Flusssand - dünn eingebracht bindet den Kot.

Dass Sand staubt, betrifft nur den Grubensand. Wird eine Einstreu, egal was es ist, nass, funktioniert die Be- und Entlüftung nicht!

 

Meine schwarzen Hühner zeigen Violett?

 

Der Grund kann vielseitig sein. Hier muss man grundsätzlich zwischen violetten Farbschimmer im gesamten Gefieder, oder violette Streifen auf den Schwingen unterscheiden. Beim erstgenannten wird es vor allem ein Zuchtproblem sein. Aber Vorsicht, immer bei Tageslicht beurteilen. Ungünstige Beleuchtungen in Ausstellungshallen haben schon so manche unberechtigte schlechte Benotung

gegeben. Anders verhält es sich bei violetten Streifen quer über die Handschwingen. In der Zeit, wo dieser Streifen gewachsen ist, gab es vermutlich eine Störung in der Entwicklung der Feder. Oft hervorgerufen durch Krankheiten wie starker Wurmbefall oder Kokzidiose. Die Fütterung spielt hier eine untergeordnete Rolle.

Wenn die Veranlagung gegeben ist, müssen nicht zusätzlich Sämereien verabreicht werden. Bei zu viel Karotin kann es vorkommen, dass das Aftergefieder eine bräunliche Färbung bekommt. Aber nur bei denen, wo das Schwarz nicht so gefestigt ist.

 

Wie oft soll ich meine Tauben baden lassen?

 

Bis auf wenige Ausnahmen so oft wie sie wollen. Normaler Weise ein- bis Zweimal wöchentlich. Auch bei leichten Minustemperaturen schadet es einmal wöchentlich nicht. Das Badewasser im Winter aber schon am Vormittag anbieten. Ob Winter oder Sommer, nach dem Bad das Wasser entfernen, denn die meisten Tauben trinken daraus lieber als aus der Tränke. Vor der Ausstellung einige Tage kein Bad, damit sie bis zum Einsetzen noch Federstaub bilden können. Dass Selbe gilt auch, wenn ich meine Tauben zur Kontrolle in die Hand nehmen will. Fürs Taubenbad gibt es im Fachhandel gute Zusätze. Aber ein Schuss Apfelessig ins Badewasser erzielt denselben Effekt und ist billiger.

 

Was kann ich für ein gutes Auge bei Tauben tun?

 

Geht es um ein dunkles- oder ein Perlauge? Bei ersteren ist es ein reines Zuchtproblem, obwohl es bei dieser Frage meist den Augenrand betrifft. Wird ein feuriger Augenrand verlangt, kann ich es - wenn in der Vererbung gut veranlagt - mit gezielter Fütterung noch fördern. Mais, Sämereien usw.. Die Entwicklung des Perlauges ist Rasse-, noch mehr Farbenschlag bedingt. Bei manchen Rassen-,

bzw. Farbenschlägen muss schon die Hauptmauser abgewartet werden, um ein ausgereiftes Auge sehen zu können. Meist ist ein schlechtes Perlauge in der Vererbung zu suchen, obwohl man auch mit falscher Fütterung noch dazu beitragen kann. Wo noch Wünsche offen sind, keinen Mais und Sämereien füttern. Wer belegt denn, dass zu einer kräftigen Form unbedingt Mais gefüttert werden muss? Die erste Fehlerquelle ist immer in der Vererbung zu suchen.

 

Warum soll ich keine Ammentauben einsetzen, wenn es mir doch mehr Junge bringt?

 

Um die Erhaltung solcher Rassen zu fördern! Schließen wir einmal alle „sehr“ kurzschnäbligen Rassen aus, die ohne Ammen keine Überlebenschance mehr haben. Obwohl auch hier die Frage erlaubt sein darf, ob beim Erzüchten solcher Rassen die Weichen richtig gestellt waren? Entscheidend ist meist die Entwicklung bestimmter Rassemerkmale, die das Füttern der Nestküken behindern. Hätte hier ein betreuender SV rechtzeitig eingegriffen, hätten wir auch manche Problemrassen nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass es Rassen gibt, die teils mit Ammen, bei einigen Züchtern ohne diese Hilfe sich „noch“ vermehren können. Hier wäre es für ein Umdenken noch nicht zu spät. Entwicklung bestimmter Rassemerkmale in den letzten Jahrzehnten stellen oft Züchter vor eine Entscheidung: Ammen einsetzten, oder die Rasse aufgeben. Bei Ammenaufzucht, vor allem wo es auch ohne geht, hat der Züchter auch keine Gelegenheit, den Zuchtwert seiner Tauben - dazu gehört auch die Aufzucht - fest zu stellen. Man sollte allgemein bei jeder Verpaarung nicht nur die Schönheit, sondern alle positiven Merkmale, dazu gehört auch die Aufzucht, mehr in den Vordergrund stellen!

 

Was tun gegen aggressive Junghähne?

 

Ein Problem, dass viele Züchter haben, obwohl die Aggressivität bei den Junghähnen sich nicht jedes Jahr gleich zeigt. Die einfachste und sicherste Methode wären Hahnenboxen, wo jeder Hahn einzeln gehalten wird. Leider fehlt vielen Züchtern auch der Platz für solche Anlagen. Die zweite Möglichkeit wären Sichtbrillen aufzusetzen. Ist zwar nicht jedermanns Sache, aber immer noch die beste Lösung. Hier sind aber laufende Kontrollen notwendig, um Druckstellen im Vorkamm zu vermeiden. Ich verwende z.B. bei meinen Zwerghühner Brillen für große Hühner und schneide den Bügel zurecht. Das Verhalten seiner Hähne muss ein Züchter selbst herausfinden. Manche Hähne sind in der Voliere ruhiger wie im großen, freien Auslauf. Der Glaube, dass aggressive Hähne besser befruchten, ist nicht zu belegen.

 

Meine Tauben picken die Kiele ihrer Jungen, was ist zu tun?

 

Dies ist eine sehr seltene Erscheinungsform, meist ein Einzelfall, den ich selbst schon erlebt habe. Auffallend wird es erst in der Zeit, wenn die ersten Kiele

schieben. Das Taubenpaar, bei mir war es die Täubin versorgt ihre Jungen gut, fast zu gut. Sie putzte ihre Jungen den ganzen Tag, pickte hauptsächlich am Rücken an den entstehenden Blutkielen. Die Jungen entwickeln sich in der Größe normal, nur das Federkleid bleibt zurück. Nach der Hauptmauser war das Federkleid wieder

normal. Bei weiteren Bruten das Selbe. Das Verhalten vererbte sich auch auf eine Tochter. Auch wenn es sich um ein Spitzentier handelt, bitte aus der Zucht nehmen!

 

Ralf George

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Geflügelzuchtverein Grüna e.V.