Geflügelzuchtverein Grüna e.V. -gegründet 1897-
 Geflügelzuchtverein Grüna e.V.   -gegründet 1897-

Hier veröffentlichen wir Beiträge rund um die Zucht

 

Was soll in den Sommermonaten beachtet werden!

 

Licht, Luft und Sonne sind wesentliche Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Rassegeflügelzucht. Unsere Hühner lieben die Sonne. Sie benötigen aber an heißen Sommertagen auch Schatten. Volieren und sonstige Ausläufe sollten daher mit Stauden oder Sträuchern bestückt sein, unter denen sich unsere Hühner an heißen Sommertagen wohl fühlen können und sich ausruhen dürfen.

 

Der Stall im Sommer

 

Eine einwandfreie Durchlüftung des Stalles muss gewährleistet sein. Er sollte so gebaut sein, dass man in den Sommermonaten die Fenster austauschen und durch ein Drahtgeflecht ersetzen kann. Durch diese Maßnahme entsteht der sogenannte Offenfrontstall. Der Ungezieferbefall hat zu dieser Jahreszeit günstige Voraussetzungen. Neben Federlingen und sonstigen Außenschmarotzern kommt es immer wieder vor, dass die rote Vogelmilbe bei unseren Hühnern Einzug hält. Diese Milbenart wird überwiegend von Spatzen und Ameisen in unsere Tierbestände übertragen. Die Vogelmilbe ist ein Spinnentier und wird durch ihre Winzigkeit leicht übersehen. Ihre Auswirkung auf unsere Hühner ist jedoch recht erheblich. Diese Milbe ist ein Blutsauger. Rote oder Blutmilbe heißt die Vogelmilbe deshalb, weil Ihr Körper, der im Hungerzustand gelb grau aussieht, nach dem Blutsaugen eine Rubin- bis schwarzrote Färbung annimmt. Die rote Vogelmilbe ist eine 0,4 bis 0,7 mm lange und bis 0,4 mm breite Käfermilbe, die 4 Beine trägt und sehr lebhaft und beweglich ist. Mundwerkzeuge und Beine ähneln denen der Zecke. Eier werden nach jedem Blutsaugen durchschnittlich 5 mal abgelegt. So vermag ein Vogelmilbenweibchen in 8 Wochen 1600 bis 2600 Eier zu legen. Die Milben sind nur in der warmen Jahreszeit etwa von Mitte Mai bis Ende September geschlechtsreif und vermehrungsfähig. Wie schon gesagt, ist die Vogelmilbe ein Spinnentier und klettert an der Wand und Decke entlang und lässt sich dann auf die Tiere fallen. Dieser Vorgang geschieht bei Nacht. Die Vogelmilbe saugt sich mit Blut voll und verlässt sobald es Tag wird auf dem kürzesten Weg das befallene Tier und versteckt sich in die ihr am nächstgelegene Ritzen. Erfahrungen haben uns gezeigt, dass zwei übereinanderliegende Sitzstangen von der Vogelmilbe als Versteck bevorzugt angenommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Sitzstangen holzroh sind und keinesfalls mit irgendeinem Mittel oder Farbe behandelt sein dürfen. Die beiden Sitzstangen werden eingelegt oder in einen Stift eingesteckt. Wenn wir wöchentlich einmal die Sitzstange anheben und Nachschau nach der Vogelmilbe halten, so sind wir sicher dass unser Bestand frei von diesem Schmarotzer ist.

Wenn die Vogelmilbe vorhanden ist setzen sie sich traubenförmig in langen Reihen zwischen beiden oder unter den Sitzstangen. Bei Nichtbeachtung dieses Befalls lässt sich die Vogelmilbe auf das Kotbrett fallen und sucht sich die nächstliegende Ritze auf, wo sie kaum erkennbar wird. Wird in einem Tierbestand die Vogelmilbe nicht rechtzeitig erkannt, dann werden Tiere massenhaft von diesen Blutsaugern befallen, was in kurzer Zeit zu einer Blutarmut führt, die den Tod zur Folge haben kann. Wichtig ist die Verabreichung von frischem Wasser im Sommer Trinkwasser muss täglich neu verabreicht werden. An warmen Sommertagen ist eine zweimalige Gabe kein Luxus. Frische, saubere Qualität sollte selbstverständlich sein. Tägliche Reinigung der Tränken vermeiden Algenbildung und Übertragung von Krankheitskeimen übers Trinkwasser. Wasserbehälter sollten so konstruiert sein, dass der Inhalt durch die Tiere nicht beschmutzt wird und die Reinigung problemlos erfolgen kann. Um Krankheitsübertragungen zu vermeiden ist die doppelte Anzahl an Tränken zu empfehlen. Eine im Gebrauch und eine zweite Garnitur zum Austrocknen. Der Stand der Tränken ob im Stall oder Auslauf muss idealer weiße so gewählt sein, dass das Trinkwasser immer im Schatten steht.

 

Geschlechter rechtzeitig trennen!

 

Immer wieder kann man die Feststellung machen, dass oftmals noch bis Ende August Hähne und Hennen gleichzeitig im Stall und Auslauf gehalten werden. Wo das geschieht braucht man sich nicht wundern, dass Rücken- und Sattelgefieder der Hennen beschädigt wird. Sobald die Hähne anfangen zu treiben, am besten schon nach dem Beringen, müssen die Geschlechter getrennt werden damit sich die Junghennen ungestört entwickeln können. Durch diese Maßnahme bekommen beide Geschlechter mehr Platz und eine Überbelegung des Auslaufes wird vermieden oder zumindest eingeschränkt. Kämpfe zwischen den Hähnen nehmen mit dem zunehmenden Alter an Heftigkeit zu.

 

Die Untugend des Federfressens!

 

Das Federfressen oder Federzupfen besteht in einer krankhaften Neigung des Geflügels, seine eigenen Federn oder die seiner Stallgenossen auszupicken. Die Untugend kommt bei erwachsenen Hühnern als auch bei Küken und Jungtieren vor. Begünstigt wird das Federfressen durch ein zu enges Zusammenleben der Artgenossen, einseitige, eiweißarme Ernährung, zu trockene Luft und Langeweile. Die Ursache für das Federfressen ist aus langjährigen Erfahrungen sehr vielfältig. Mangel an gewissen Nahrungsstoffen, tierischem Eiweiß, insbesondere die Aminosäure Arginin, Kalksalze, Vitamine oder Mineralstoffe werden als Ursachen beschrieben. In der Not sind Züchter erfinderisch, auch Styropor ist als Zeitvertreib gut geeignet. Natürlich sind auch genetische Veranlagungen schuld dran, dass machen Rassen bzw. Herkunft mehr zu Federpicken neigen als andere.

 

von Michaela und Heike Huber

 

( Quelle Zuctwartebriefe, Verband Bayern.Veröffentlicht mit freundliche Unterstützung v. Zuchtfreund Ralf George/Text nachbearbeitet von H.Storch)

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