Geflügelzuchtverein Grüna e.V. - gegründet 1897 -
 Geflügelzuchtverein Grüna e.V.   - gegründet 1897 -

Hier veröffentlichen wir Beiträge rund um die Zucht

 

Hühnerhaltung im Winter
Januar/Februar
 
Keine Jahreszeit ist für Hühner härter als die Winterszeit. Dabei schadet ihnen die Kälte keineswegs. Es sind andere Faktoren, die ihnen das Leben schwer machen können. Die Faktoren liegen in der Haltung und der Fütterung. Sie zu erkennen und zu beheben ist Aufgabe des Züchters. Der Stall ist im Winter häufigster Aufenthaltsraum für die Hühner, weil draußen schlechtes Wetter herrscht. Dabei ist penibel darauf zu achten, dass die Hühner eine trockene Einstreu vorfinden. Merkt der Züchter, dass sie feucht wird bedeutet dies den sofortigen Austausch, denn feuchte Einstreu setzt auch den vitalsten Hühnern enorm zu. Zugleich ist auf Be- und Entlüftung zu achten, denn ein mangelhafter Luftaustausch im Stall ist häufig die Ursache für eine feuchte Einstreu. Wichtig ist, dass die feuchtigkeitsbelastete, verbrauchte Luft schnell aus dem Stall abgeführt wird. Die Feuchtigkeit entsteht u.a. durch das ausatmen der Hühner. Feuchtigkeit bildet sich aber auch durch den Kot. Dabei entwickelt sich durch chemische Umsetzungen Ammoniak. Dieses Gas ist aber der Gesundheit der Hühner sehr schädlich. Aus diesem Grund sollte im Winter der Kot oft entfernt werden. Dies gilt auch, wenn man unter den Sitzstangen auf dem Kotbrett ein Kotauffanggitter hat. Dieses schütz zwar vor einem intensiven direkten Kot-Tier-Kontakt aber keinesfalls vor der Ammoniakentstehung bei feuchter Luft. Gibt man am Abend etwas Körnerfutter in die Einstreu, ist die Gewähr gegeben, dass die Hühner sie durch Scharren  täglich umarbeiten. Das kommt der Qualität der Einstreu  zugute. Wer den Scharrtrieb in der Einstreu bei den Hühnern durch die Gabe von Körnerfutter fördert, wird feststellen, dass sie die Einstreu immer vom hellsten in den dunkelsten Teil des  Stalles scharren. Als Einstreu werden die bekannten Materialien  verwendet. Man kann aber auch im Herbst Laubblätter sammeln  und den Hühnern in den Stall geben, am besten vermischt mit Stroh. Die Zuchthühner sollten im Stall bleiben, auch wenn draußen das Wetter noch so schön ist. Im Auslauf herrschen kalte Bodenwinde auch wenn man dies als Mensch nicht wahrnimmt. Diese Winde schaden der Befruchtung sehr. Deshalb bleiben die  Zuchthühner bis zum Abschluss der Bruteiersammelphase im Winter im Stall. Sonne erhalten sie doch evtl. durch eine Fensterfront. Die Fensterfront kann aber auch zum Problem werden, wenn tiefe Minustemperaturen herrschen. Glas ist das  dünste Material im Stall und damit die größte Einlassquelle für Kälte.
 Eine Heizung benötigen die Hühner im Winter nicht. Trockene Kälte schadet den Hühnern nicht, nur feuchte Kälte ist Gift für sie. Deshalb sollte man auch viel Wert auf eine trockene Einstreu legen. Kälte ist schädlich für die Bruteier. Ein Brutei sollte niemals einer Temperatur unter 5 Grad ausgesetzt sein. Dann beginnt das absterben des Keimes. Wer im Winter Bruteier benötig, der darf nicht warten, bis die Hühner von sich aus mit dem legen beginnen. Das kann viel zu spät sein. Der Legeakt wird über die Dauer es Lichtes hormonell beim Huhn gesteuert. Länger werdende Tage sind in der Natur im Frühjahr gegeben. Dann bietet die Natur reichlich Nahrung und Wärme für eine gute Jungtierentwicklung. Für Wärme und Nahrung kümmert sich in der Rassegeflügelzucht der Züchter, deshalb imitiert er das Frühjahr mit seinen länger werdenden Tagen, indem er elektrisches Licht gibt. Hühner die man zum legen motivieren möchte, erhalten zwölf Stunden Licht (natürliches und elektrisches zusammen). Wenn sie legen erhöht man pro Woche um eine Viertelstunde. Das geschieht am besten mit einer Zeitschaltuhr. Wenn man dann bei 14 Stunden angekommen ist hat man gemeinhin mehr als genug  Bruteier.
 
 

 
 
Neben der Haltung ist in der Fütterung einiges zu beachten. Zum Futter gehört immer auch Wasser. Wasser sichert im Sommer wie im Winter alle Lebensvorgänge im Hühnerkörper. Ein Wassermangel führt zwangsläufig zu Defiziten im Stoffwechsel, der sich auf Befruchtung und Bruteiqualität maßgeblich auswirkt. Eiskaltes Wasser ist schlecht, es sollte normal Temperiert sein. Ganz schlecht ist eingefrorenes Wasser. Gibt man im Sommer keinen Mais oder in sehr kleiner Ration, so ändert sich dies im Winter. Mais liefert enorm viel Energie. Im Sommer führt Mais zu leicht zur Verfettung. Im Winter wird die Energie für die Wärmegewinnung umgesetzt. Nie fehlen darf im Winter tierisches Eiweiß, weil dies für eine Bruteierqualität von enormer Bedeutung  ist. Eine Ration Garnelen oder gar Mehlwürmer sind Goldwert. Sicherlich das wichtigste und im Winter am wenigsten vorhanden in der Fütterung sind die Vitamine. Sie gelten als Lebenselixiere und verbessern nicht nur die Gesundheit der Hühner. Auch gerne greifen die Züchter im Winter auf Vitaminpräparate zurück, dagegen ist nichts einzuwenden, wenn die Präparate  alle 13 Vitamine enthalten. Aber selbst wenn der Züchter Vitaminpräparate verabreicht, entbindet ihn dieses nicht vor der Verfütterung von Grünfutter. Grünkohl, Marktstammkohl oder Rosenkohlblätter sind winterhart oder in gewissen Grenzen zumindest frostfest. Sie sollten im Garten stehen und den Hühnern täglich frisch angeboten werden. Wohl dem der im Sommer Brennnessel getrocknet hat. Die können jetzt zum Einsatz kommen und sorgen für einen enormen Vitaminschub. Im Futterhandel gibt es Luzernecops für Pferde oder Kaninchen, die man klein schroten kann. Dadurch hat man eine prima Grünfutterquelle. Man kann sich auch Hafer anbauen. In  Töpfe gepflanzt und kommen in eine gut temperierten, hellen Raum. Ist der Hafer gekeimt und hat eine Höhe von 15 bis 20 Zentimeter, kann man ihn abschneiden und in klein geschnittenem Zustand den Hühner geben. Der Hafer wächst im Topf mehrmals nach und steht so für mehrere Schnitte zur Verfügung. Eine gute Erde mit Kompost oder abgelagertem Mist erhöht die Qualität dieses Grünfutters. Selbstverständlich gibt es im Winter noch weitere Grünfuttermöglichkeiten. Jeder Züchter kann mit etwas Fantasie seinen Hühnern eine frische Grünfutterversorgung bereitstellen.
 Nie fehlen darf ein separates Gefäß mit Muschelkalk.
 Wer Weichfutter füttert muss vornehmlich in der Frostperiode dafür sorgen, dass das Futter schnell verzehrt wird und nicht gefriert. Ins Weichfutter kommen auf alle Fälle so wichtige Bestandteile wie Bierhefe und Weizenkleie. Auch Quark liefert in der Winterzeit als Weichfutterbestandteil sehr wertvolle Dienste, nicht zuletzt ist er ein ausgezeichneter Ersatz für die bereits angesprochenen Garnelen oder Mehlwurmfütterung. Selbstverständlich muss man im Winter immer ein Auge darauf werfen, dass die Tier Ungezieferfrei sind. Ungeziefer belastet sie Hühner in der kalten Jahreszeit besonders, weil hier das Immunsystem ohnehin besonders gefordert wird.


 
Viel Freude beim Züchten wünschen Michaela und Heike Huber

 

Mit freundlicher Genehmigung von Zfrd. Ralf George

 

 

 

 

 

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